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FeatureFeature 1/2021Journal 01/21Projektmanagement

Essen und die Big 5

By 4. März 2021Juli 15th, 2024Keine Kommentare
Die Stadt Essen benötigt bis 2030 Bauland für 17.000 neue Wohnungen und möchte deshalb Brachflächen aktivieren.

Flächenaktivierung mit Bauland.Partner

Der Grundstücksmarkt in Essen, der viertgrößten Kommune Nordrhein-Westfalens, ist angespannt. Bis 2030 werden circa 17.000 neue Wohnungen benötigt, auch der Bedarf an hochwertigen Gewerbeflächen ist groß. Da sich die Stadt Innen- vor Außenentwicklung ins Pflichtenheft geschrieben hat, versuchen die Verantwortlichen mit Nachdruck brachliegende oder untergenutzte Flächen wieder zu aktivieren. Fünf Flächen nimmt die Stadt mit Unterstützung des Programms Bauland.Partner laut Konsensvereinbarung vom August 2020 in den kommenden Jahre in den Fokus – Flächen, auf denen zum Teil seit vielen Jahren um eine nachhaltige Nutzung gerungen wird. Darunter befinden sich auch bereits gewerblich genutzte Standorte, die aber ihre Potenziale nicht ausnutzen.

Von Nord nach Süd

Ein sehr ambitioniertes Projekt befindet sich im Stadtteil Altenessen im Norden der Ruhrgebietsstadt. Dort geht es um circa 30 Hektar, wo über Jahrzehnte Wohnbebauung und Gewerbe immer näher aneinander gerückt sind – die Altenessener wünschen sich eine Aufwertung und Beruhigung ihrer Wohnsiedlungen.

Prädestiniert für Wohnbebauung ist eine weitere Fläche im Essener Norden im Stadtteil Karnap. Denn hier befindet sich bereits eine größere Wohnsiedlung, deren Erweiterung für Entlastung auf dem Wohnungsmarkt sorgen könnte.

Im Süd-Osten der Stadt soll eine mittel- bis langfristige Nutzungsperspektive für den rund acht Hektar großen Standort einer ehemaligen Ziegelei gefunden werden. Die Frage hier lautet: Wie können sowohl Wohnbebauung als auch nicht störendes Gewerbe in Zukunft harmonisieren?

Im Stadtteil Freisenbruch sind dank Bauland.Partner Stadt und Eigentümer bereits konstruktiv ins Gespräch gekommen. Das sechs Hektar große Gelände weist bezüglich Altlasten und Erschließung jedoch Restriktionen auf. Was hier möglich ist, und was geschehen muss, damit die Fläche zu Bauland werden kann, wollen die Experten von NRW.URBAN nun klären.

Im Essener Süden nahe der Ruhr wurde im Rahmen des Bürgerforums „Essen ist gefragt! Wo wollen wir wohnen?“ eine Neubaufläche identifiziert. Die Stadt hatte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, stellvertretend für die gesamte Bürgerschaft darüber zu beraten, welche Flächen in Essen zukünftig als Wohnbauflächen entwickelt werden sollen. Die Expertise von Bauland.Partner ist hier gefragt, um eine umfassende Grundlagenerhebung für diese Fläche zu erstellen. Denn auch hier prallen verschiedene Interessen einer lebendigen Stadtgesellschaft aufeinander: In der Nähe liegt zum Beispiel eine große Bezirkssportanlage, und dort geht es bei den ambitionierten Hobby-Sportlern nicht immer leise zu.

NRW.URBAN als neutraler Mittler – diese Rolle ist ein entscheidendes Plus des Landesprogramms.

André StangierNRW.URBAN Projektleitung

Leistungsstarke Stadtverwaltung benötigt Unterstützung

„Fünf Standorte zu eruieren, stellt auch uns als große Kommune vor extreme Herausforderungen. Auch wenn wir eine leistungsstarke Großstadtverwaltung sind, so machen wir weder Projektentwicklung, noch können wir immobilienwirtschaftliche Analysen liefern“, erklärt Ronald Graf, Leiter des Amts für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Essen, die Motivation, sich die Expertise über das Programm Bauland.Partner ins Haus zu holen. Kostenanalysen für Altlastenbeseitigung und Erschließung seien zum Beispiel Sache von Spezialisten und Gutachtern, die einem städtischen Planungsamt oder auch weiteren Dezernaten nicht zur Verfügung stünden.

„Besonders begeistert uns, wie schnell es den Moderatoren von NRW.URBAN gelungen ist, mit den Eigentümern erste Schritte einzuleiten“, berichtet Ronald Graf. Die Stadt sei an einigen Standorten bereits seit vielen Jahren mit Grundstücksbesitzern im Gespräch, allzu häufig aber auch in der Rolle als Ordnungsbehörde, als Bauordnungsamt oder Untere Emissionsschutzbehörde. NRW.URBAN als neutraler Mittler – diese Rolle sei ein entscheidendes Plus des Landesprogramms. „Wir treten als fachliche Moderatoren und lösungsorientierte Vermittler auf. Wenn beispielsweise kommunale Planungshoheit und wirtschaftliche Eigentümerinteressen in unterschiedliche Richtungen weisen, ist es unser Ziel, einen gemeinsamen Weg aufzuzeigen“, ergänzt NRW.URBAN-Projektleiter André Stangier.

Grünfläche mit Straße im Hintergrund, Wohnhäuser auf der rechten Seite im Hintergrund

Der Prozess läuft

NRW.URBAN trifft sich aktuell im Zwei-Monats-Rhythmus zum Jour fixe mit der Stadt Essen. Für alle Flächen fanden bereits Eigentümeransprachen und Auftaktgespräche statt, erste Kooperationsvereinbarungen wurden geschlossen. An einigen Standorten konnte bereits Stufe 2 von Bauland.Partner eingeleitet werden, dort arbeitet NRW.URBAN jetzt an der Standortinventur und den Entwicklungsperspektiven.

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