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FotostoryJournal 1/22

Mit der Ratinger Weststrecke in die Zukunft

By 28. April 2022August 29th, 2022Keine Kommentare
Ratingen, Weststrecke, © Frank Vinken

Neue Nahverkehrsverbindung in NRW ist projektiert

Das ist eine seltene Nachricht: Eine neue S-Bahnstrecke in Nordrhein-Westfalen ist projektiert. Das NRW-Verkehrsministerium fördert die Vorplanung zur „Ratinger Weststrecke“ von Duisburg über Ratingen nach Düsseldorf mit sieben Millionen Euro.

Eng verbunden mit dem Ausbau der bestehenden Güterstrecke für den Schienenpersonenverkehr sind die Siedlungs- und zukünftigen Bahnhofsumfeldentwicklungen in Ratingen-West, Ratingen-Lintorf, Ratingen-Tiefenbroich und Duisburg-Wedau. Für die Projekte arbeiten die Städte Ratingen, Düsseldorf, Duisburg, der Kreis Mettmann, der VRR und die Deutsche Netz AG Hand in Hand.

Über „Bau.Land.Bahn“ und die Landesinitiative „Bauland an der Schiene“ sowie das Instrument „Bau.Land.Partner“ bringen die landeseigene Entwicklungsgesellschaft NRW.URBAN und die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft (BEG NRW), seit 2021 strategisch unter dem Dach NRW.URBAN zusammengeschlossen, Know-how und Strategien ein, die Projekte zielgerichtet voranzutreiben.

Potenzial für neues Verkehrsangebot

Aktuell wird der Weg für den Erwerb der notwendigen Flächen für die städtebauliche und verkehrliche Neuordnung an den geplanten Haltepunkten geebnet, unter anderem, um dort einen Nutzungsmix kombiniert mit preisgünstigem und gefördertem Wohnungsbau zu realisieren – und auch neue Verkehrsschnittstellen zu schaffen. Ratingen liegt auf der Achse zwischen den einwohnerstarken Städten Düsseldorf und Duisburg. In diesem Verdichtungsraum zwischen Rheinland und Ruhrgebiet ist ein großes Bevölkerungspotenzial für das neue Verkehrsangebot zu erwarten. „Hinzu kommt, dass wir mit einer erhöhten Zuwanderung von Schutzsuchenden rechnen, wodurch der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum und Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs weiter steigen wird“, so Petra Cremer, Technische Beigeordnete der Stadt Ratingen.

Wichtig ist, die betroffenen Eigentümer zu motivieren, aktiv mitzuwirken.

Petra CremerTechnische Beigeordnete der Stadt Ratingen
Ratingen, Weststrecke, © Frank Vinken
Aktuell wird die Weststrecke von Güterzügen befahren und dient bei Bedarf als Ausweichstrecke für den Schienennahverkehr.
Ratingen, Weststrecke, © Frank Vinken
Ratingen, Weststrecke, © Frank Vinken
Ratingen, Weststrecke, © Frank Vinken
Ratingen, Weststrecke, © Frank Vinken

Bahnland wird Bauland

Der Streckenausbau kommt unter anderem auch dem „Bau.Land.Bahn“-Projekt „6-Seen-Wedau“ in Duisburg zugute, er hebt aber vor allem in Ratingen Potenziale für den Wohnungsbau, die große Chancen für die Stadtentwicklung eröffnen. Drei neue Haltepunkte verknüpft mit Stadtentwicklungs- und Bahnhofsumfeldprojekten – das stellt Stadtplanerinnen und Stadtplaner vor enorme Herausforderungen. „Wichtig ist, die betroffenen Eigentümer zu motivieren, aktiv mitzuwirken“, sagt Petra Cremer. „Hier unterstützt uns derzeit NRW.URBAN an vielen Stellen – zum Beispiel durch Analysen und Umfragen, Baulandgespräche und Ersteinschätzungen. Wir sehen Stadtumbau als gemeinsame Aufgabe von Verwaltung, Bürgerschaft und Politik – mit NRW.URBAN als externer Moderatorin soll es gelingen, die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.“

Um Verkehrs- und Stadtentwicklung sinnvoll miteinander zu verzahnen, laufen verschiedene Planungsstränge parallel. Projektgruppen stimmen das Vorgehen zur Streckenplanung ab, Machbarkeitsstudien zu Umsetzbarkeit und Nutzen wurden erstellt, eine Betriebsprogrammstudie für das S-Bahnnetz der Region wird derzeit entwickelt. Das Land NRW fördert die Vorplanung in Höhe von 90 Prozent mit rund sieben Millionen Euro, der VRR und die Kommunen teilen sich den Eigenanteil. Zielsetzung ist dann die Aufnahme der Strecke in den ÖPNV-Bedarfsplan, um auch die Finanzierung der Investitionen sicherzustellen. Gleichzeitig gehen die Kommunen, der VRR und NRW.URBAN die weiteren Planungen für Umfelder und Verkehrsschnittstellen an. Ein wichtiger Partner ist dabei das RegioNetzWerk, eine Kooperation zwischen den Städten Düsseldorf, Duisburg, Krefeld, Ratingen und Meerbusch sowie dem Kreis Mettmann. Diese Kooperationspartner haben gemeinsam ein Zukunftskonzept auf den Weg gebracht, das sich eine integrierte Siedlungs- und Verkehrsentwicklung zur Aufgabe gemacht hat. Der Ausbau der Ratinger Weststrecke sowie die Quartiersentwicklungen entlang diese Strecke sind wegweisende Leitprojekte dieses Konzeptes.

Ratingen, Weststrecke, © Frank Vinken
Ratingen, Weststrecke, © Frank Vinken
Ratingen, Weststrecke, © Frank Vinken

NRW.URBAN setzt Planungen aufs Gleis

„Im Rahmen der Landesinitiative ‚Bauland an der Schiene‘ unterstützen wir die Stadt Ratingen sowie 51 weitere Kommunen unter anderem bei der Durchführung von Planungsprozessen mit externen Planungsbüros. Neue Wohnbauflächen an Haltepunkten der Schiene zu schaffen, ist dabei ein wichtiges Ziel. Aufgrund eines bestehenden Rahmenvertrages können die Kommunen die Zusammenarbeit zwischen zehn Planungsbüros auswählen “, berichtet Thomas Machulla, Themenverantwortlicher der Landesinitiative „Bauland an der Schiene“ bei  NRW.URBAN.

Projektleiterin Maria Fieweger-Stockmann vom Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauordnung der Stadt Ratingen ergänzt: „Damit können sonst langwierige Vergabeverfahren für städtebauliche und verkehrliche Rahmenplanungen abgekürzt werden, um schnell in die inhaltliche Arbeit einsteigen zu können. Auch die praxisnahen Hilfestellungen, die NRW.URBAN aufgrund der Erfahrungen aus anderen Kommunen gibt, bringen uns schneller ans Ziel.“

„Wir haben bereits vor den Projekten von ‚Bauland an der Schiene‘ an zahlreichen Bahnhöfen in NRW die verkehrliche und städtebauliche Planung für Bahnhofsumfelder insbesondere auf entbehrlichen Bahnflächen mit Kommunen und Zweckverbänden gesteuert und die Finanzierung mit den Fördergebern auf Seiten der Verkehrs- und Städtebauförderung moderiert“, berichtet Carsten Kirchhoff, für NRW.URBAN Leiter des Projektteams Bau.Land.Bahn.

Ihre Kontaktperson

Carsten Kirchhoff
Konzepte | Entwicklung

An der Reichsbank 8, 45127 Essen

Tel.: 0201 7476616

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