Die Dortmunder Nordstadt gilt als das größte zusammenhängende Gründerzeitviertel in Nordrhein-Westfalen. Durch ihre zentrale Lage und die zahlreichen gründerzeitlichen Bestände gibt es hier große Potenziale. Gleichzeitig weisen einige Quartiere jedoch bauliche und funktionale Defizite auf, die zum Teil mit sozialen Problemlagen einhergehen. Aus diesem Grund prüft die Stadt Dortmund die Anwendung einer Sanierungsmaßnahme zur Behebung dieser städtebaulichen Missstände. Dadurch soll die Nordstadt insgesamt lebenswerter, grüner und klimagerechter werden. NRW.URBAN unterstützt die Stadt Dortmund mit der Durchführung Vorbereitender Untersuchungen nach § 141 BauGB.

Vorbereitende Untersuchungen, Dortmund Nordstadt, ©Christoph Kniel
Vorbereitende Untersuchungen, Dortmund Nordstadt, ©Christoph Kniel
Vorbereitende Untersuchungen, Dortmund Nordstadt, ©Christoph Kniel

Ziele und Ablauf der Vorbereitenden Untersuchungen

Im Rahmen von Vorbereitenden Untersuchungen prüft NRW.URBAN, ob es in der Nordstadt städtebauliche Missstände gibt, die mit einer Sanierungsmaßnahme behoben werden könnten. Die Untersuchungen beziehen sich auf ein ca. 260 Hektar großes Gebiet, in welchem unter anderem eine GIS-basierte Erfassung und Bewertung von über 3.000 Gebäuden durch NRW.URBAN-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgt. Zudem wurden bereits mehrere Veranstaltungen durchgeführt, die Anwohnerinnen und Anwohner sowie alle Interessierten über das Projekt informierten und aktiv dazu animierten, den Prozess durch ihre persönlichen Anregungen und Wünsche mitzugestalten. Im weiteren Verlauf erfolgt auch eine spezielle Beteiligung und Befragung der Eigentümerinnen und Eigentümer. Sofern sich im Ergebnis der Vorbereitenden Untersuchungen die Anwendung einer städtebaulichen Sanierungsmaßnahme als erforderlich und umsetzbar erweist, wird der entsprechende Abschlussbericht auch erste Vorschläge für ein Sanierungskonzept enthalten. Auf dieser Grundlage kann der Rat der Stadt Dortmund (voraussichtlich ab dem Jahr 2023) ein oder mehrere neue Sanierungsgebiete festlegen.

Vorbereitende Untersuchungen, Dortmund Nordstadt, ©Christoph Kniel
Vorbereitende Untersuchungen, Dortmund Nordstadt, ©Christoph Kniel

Projektziele

– Sicherung / Profilierung erhaltenswerter Bausubstanz

– Beseitigung von Leerständen

– Modernisierung der Gebäudebestände

– Schaffung von zusätzlichen Wohnraumangeboten

– Anpassung an eine klimagerechte Stadt

– Schaffung bzw. Wiedergewinnung stadträumlicher (Aufenthalts-)Qualitäten

– Verkehrssicherheit und Reduzierung von verkehrsbedingten Belastungen

– Sicherung/Stärkung der Nahversorgungs- und Dienstleistungsangebote

Vorbereitende Untersuchungen, Dortmund Nordstadt, ©Christoph Kniel

Besonderes Städtebaurecht

Zur Behebung von städtebaulichen Missständen in einem bestimmten Gebiet können Kommunen das Sanierungsrecht gemäß der §§ 136 ff. des Baugesetzbuchs (BauGB) anwenden. Dieses Planungs- und Umsetzungsinstrument als Teil des besonderen Städtebaurechts soll ermöglichen, dass im Rahmen einer koordinierten Gesamtmaßnahme über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen umgesetzt wird, die zu einer wesentlichen Verbesserung oder Umgestaltung des Gebietes beitragen. Während der Durchführung hat die Gemeinde erweiterte Eingriffsmöglichkeiten. Sie kann beispielsweise verschiedene Vorgänge (z. B. Grundstücksverkäufe, bauliche Veränderungen) genehmigungspflichtig machen und ein Vorkaufsrecht bei Grundstücksverkäufen nutzen.

Die Vorbereitenden Untersuchungen nach § 141 BauGB dienen als Grundlage für die Beurteilung, ob die Voraussetzungen für die Durchführung einer städtebaulichen Sanierungsmaßnahme vorliegen. Hierfür findet eine umfassende Analyse der Ausgangslage statt, in der die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge des Untersuchungsgebiets erfasst werden. Dabei wird insbesondere das Vorliegen von städtebaulichen Missständen in Form von Substanz- bzw. Funktionsschwächen in einem Gebiet geprüft.

Vorbereitende Untersuchungen, Dortmund Nordstadt, ©Christoph Kniel

Wissenswertes

Seit 2016 bietet NRW.URBAN über das Instrument „Kommunale Entwicklung“ operative Unterstützung für Kommunen an und steht ihnen als „Entwicklungsgesellschaft auf Zeit“ zur Seite. Kommunen können in einem notariellen Vertrag Geschäftsanteile erwerben und das Unternehmen daraufhin vergaberechtsfrei für verschiedene Dienstleistungen der Standortentwicklung beauftragen. Dies entlastet kommunale Fachabteilungen erheblich. Die NRW.URBAN Kommunale Entwicklung GmbH deckt das gesamte Dienstleistungsspektrum aller Entwicklungsphasen ab: sie erwirbt Grundstücke, sichert die Finanzierung, plant und baut die Erschließung, betreibt die Vermarktung und stellt das gesamte Projektmanagement sicher.

Ihre Kontaktperson

Philipp Trautmann
Projektmanagement

Revierstraße 3, 44379 Dortmund
Tel.: 0231 4341.252

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