Das „Hansator“ in Münster bildet den attraktiven Übergang zwischen der Münsteraner Innenstadt und dem Schienenverkehr auf der Ostseite des Hauptbahnhofs. Die BEG begleitete die Projektpartner bei der Flächenentwicklung. Auf 8.200 Quadratmetern Bahn- und Brachfläche ist ein gemischtes Stadtquartier mit anspruchsvoller Architektur und Flächen für 300 Wohnungen, Gastronomie, Handel und Hotellerie entstanden. Es setzt eine städtebauliche Klammer zur innenstadtzugewandten Bahnhofsseite. Die Fertigstellung und Eröffnung der Gesamtmaßnahme erfolgte im August 2022.

 

Hohe ökologische Standards

Nachhaltiges Bauen ist ein zentraler Aspekt für zukunftsorientierte Stadtentwicklung. Das Projekt Hansator trägt diesem Umstand beispielsweise damit Rechnung, dass 85 Prozent des so genannten Flugdaches begrünt sind. Das geschwungen angelegte Dach trennt die öffentlich genutzten Untergeschosse von den privat genutzten oberen Geschossen ab.
Die Investorin „Landmarken AG“ ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) und hat für das Münsteraner Hansator eine Zertifizierung nach den dort geltenden Standards angestrebt.

Des Weiteren legt die Planung des Gebäudekomplexes großes Augenmerk auf die Förderung von multimodalem Verkehr, also der Nutzung verschiedener Verkehrsmittel innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Vorangebracht werden soll hierbei insbesondere die Verknüpfung von ÖPNV und Fahrradnutzung. Im Sinne der Fahrradstadt Münster stehen im Bereich des Hansators nun 2.100 öffentliche Fahrradstellplätze zur Verfügung. Der größte Vorteil für Pendlerinnen und Pendler liegt neben den langen Öffnungszeiten der Fahrradstation vor allem in dem gerade einmal einminütigen Fußweg zu den Bahnsteigen.

Leistungen der BEG

Über den BahnflächenPool NRW wurden via BEG NRW Landesmittel in Höhe von rund 75.000 Euro zur Finanzierung von Entwicklungskosten eingesetzt. In Kombination mit einer integrierenden Prozesssteuerung wurden diese Mittel zum Hebel der gesamten Flächenaktivierung. Wesentliche Leistungen waren die residuale Projektwertermittlung zur Festlegung eines gemeinsamen Mindestkaufpreises für die Grundstücke der DB und der Stadt, die Finanzierung des mehrstufigen Investorenauswahlverfahrens sowie die Beauftragung der erforderlichen Bodengutachten für das Baufeld.

Wissenswertes

Bau.Land.Bahn bündelt die Bahnimmobilien-Kompetenz aus 20 Jahren Bahnflächenentwicklung im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen und der DB Netz AG. Tausende Hektar nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften wurden der kommunalen Planungshoheit zugänglich und zur Stadtentwicklung im Innern genutzt. Heute begleitet Bau.Land.Bahn Sonderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen. Zudem verschafft das Unterstützungsangebot Städten und Gemeinden Klarheit darüber, welche Entwicklungspotenziale auf den Bahnliegenschaften aktuell bestehen, welche rechtlichen und technischen Erfordernisse zu klären sind, ob Fördermittel-Kombinationen Stadtentwicklung-Verkehr möglich sind und ob gutachterliche Untersuchungen eingeleitet werden können.

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