Die Veloroute zum Bahnhof Soest ist ein zentrales Projekt zur Stärkung des Radverkehrs und der nachhaltigen Mobilität in der Stadt. Sie soll künftig den Möhnesee über das Gewerbegebiet direkt mit dem Bahnhof Soest verbinden und damit eine leistungsfähige, sichere und attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr bieten. Mit dem nun möglichen Lückenschluss rückt eine durchgängige Verbindung vom Stadtrand bis zum zentralen Verkehrsknotenpunkt Bahnhof Soest in greifbare Nähe.

Trassenführung über Bahnflächen

Ein bislang fehlender Abschnitt der Veloroute konnte lange Zeit nicht realisiert werden, da die DB InfraGO AG ihre Grundstücke aus bahnbetrieblichen Gründen benötigt und so in Soest keine weiteren Bahnflächenverkäufe mehr erfolgen. In enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Soest, der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW (BEG NRW, heute Teil von NRW.URBAN) und der DB InfraGO AG wurde nun eine tragfähige Lösung entwickelt. Die Radstrecke wird vom Raiffeisenmarkt parallel der Abstellgleise der DB InfraGO AG über einen nicht bahnbetrieblich genutzten Streifen der Bahnflächen geführt und die Nutzung über einen Gestattungsvertrag zwischen Stadt und DB InfraGO AG vereinbart. So bleiben die betrieblichen Möglichkeiten der Bahn erhalten, während gleichzeitig eine hochwertige und kreuzungsfreie Radverbindung entsteht.

Ein wichtiger Baustein ist der Bau einer neuen Fahrradbrücke im Bereich der Walburger Unterführung. Sie stellt den direkten Anschluss der Veloroute an den Bahnhof her und schließt die bislang bestehende Barriere im Radwegenetz.

Aufwertung der Walburger Unterführung und bessere Verknüpfung der Verkehrsarten

Im Zuge der Gesamtmaßnahme ist zudem eine Teilentdeckelung und verkehrliche Verbesserung der Walburger Unterführung vorgesehen. Diese Maßnahme soll die Verkehrsführung übersichtlicher gestalten, das Umfeld aufwerten und die Verknüpfung von Rad-, Fuß- und Bahnverkehr deutlich verbessern. Der Bereich rund um den Bahnhof wird dadurch funktional und städtebaulich weiterentwickelt und als Eingangstor zur Stadt gestärkt.

Auf dem Bild zu sehen sind vier Herren im Anzug, die ein ausgedrucktes Luftbild des Areals halten, auf dem der Streckenabschnitt der veloroute entstehen soll. Die vier Herren sind Soests Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer, Stadtbaurat Matthias Abel, Carsten Kirchhoff von der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW mbH sowie Hans-Peter Kemmler von der DB InfraGO AG.
V.L.n.r.: Soest ehemaliger Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer, Hans-Peter Kemmler von der DB InfraGO AG, Stadtbaurat Matthias Abel und Carsten Kirchhoff von der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW mbH. Bild: Stadt Soest

Beitrag zur fahrradfreundlichen Stadtentwicklung

Mit der Fertigstellung des neuen Abschnitts setzt die Stadt Soest einen weiteren Baustein ihrer nachhaltigen Mobilitätsstrategie um. Die Veloroute wird als Radvorrangroute mit breiten, gut beleuchteten und weitgehend autofreien Wegen den Radverkehr stärken und die Stadt sowie die Region besser vernetzen. Die Umsetzung der Maßnahmen ist innerhalb der kommenden drei Jahre vorgesehen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende und zur Steigerung der urbanen Lebensqualität.

Strategische Flächenentwicklung und partnerschaftliche Zusammenarbeit

Die Stadt Soest, die DB InfraGO AG und BEG haben in den vergangenen Jahren viele Projekte gemeinsam auf den Weg gebracht. Der frühere Ankauf von Bahnflächen nördlich des Bahnhofs sowie des Empfangsgebäudes durch die Stadt Soest war der Startschuss für die städtebauliche

und verkehrliche Entwicklung der Bahnhofsumfelder sowie die Sanierung und Entwicklung des Empfangsgebäudes. Mit der jetzigen Lösung für den Lückenschluss der Veloroute kommt ein weiterer Baustein dazu. Die Projektpartner betonen die lange, enge und konstruktive Zusammenarbeit als entscheidenden Erfolgsfaktor – insbesondere im komplexen Bahnumfeld, das vielfältige Abstimmungen zu Nutzungsrechten, Technik und Betrieb erfordert.

Wissenswertes

Bahnflächenentwicklung braucht Spezialwissen, Erfahrung und Zeit. Bau.Land.Bahn bündelt die Bahnimmobilien-Kompetenz aus 20 Jahren Bahnflächenentwicklung im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen und der DB Netz AG. Tausende Hektar nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften wurden der kommunalen Planungshoheit zugänglich und zur Stadtentwicklung im Innern genutzt.

Heute begleitet Bau.Land.Bahn Sonderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen. Zudem verschafft das Unterstützungsangebot Städten und Gemeinden Klarheit darüber, welche Entwicklungspotenziale auf den Bahnliegenschaften aktuell bestehen, welche rechtlichen und technischen Erfordernisse zu klären sind, ob Fördermittel-Kombinationen Stadtentwicklung-Verkehr möglich sind und ob gutachterliche Untersuchungen eingeleitet werden können.

Unser Auftrag

Hier ist die NRW.URBAN GmbH & Co. KG  tätig für das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

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