Der architektonische Entwurf zeichnet sich durch einen behutsamen Umgang mit dem Bestand aus, der sich auf wenige, gezielte Gesten beschränkt und die Aneignung des Raums als „Ort der Zukunft“ durch offene, mehrfach nutzbare Flächen ermöglicht. Robustheit und Offenheit prägen den besonderen Eindruck dieses konzeptionellen Ansatzes. Das Raumprogramm wird in den unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Der ehemalige Kirchenraum wird zu einem zurückhaltenden, aber ansprechenden Veranstaltungsraum umgenutzt, der durch eine neue Öffnung zur Westseite die Möglichkeit eines hellen Foyers oder eines abtrennbaren kleineren Saals bietet. Dadurch entsteht eine behutsam gesetzte, helle und einladende Geste. Der Veranstaltungsraum überzeugt durch große innenräumliche Qualitäten. Eine puristische, klar ablesbare Tragkonstruktion überdacht den ehemaligen Kirchenraum in überzeugender Weise und verleiht ihm eine warme Holzästhetik. Im Kontext des Umbaus bedeutet die große Öffnung nach Westen allerdings den Verlust einer historischen Mauer, was aus Sicht des Denkmalschutzes kritisch bewertet wird. In der Abwägung wird jedoch positiv hervorgehoben, dass der Entwurf die ursprüngliche Kubatur des Kirchenbaus bewahrt.
Die klar organisierten Grundrisse, ergänzt durch wenige präzise Eingriffe, ordnen alle Funktionen übersichtlich an. Die einladende Anordnung der Räume schafft es, den Bestand zeitgemäß weiterzudenken und an heutige Anforderungen anzupassen. Die Arbeit überzeugt durch ihr sensibles und zugleich funktionales Wechselspiel zwischen den überformten Bestandsgebäuden und dem Freiraum. So kann dieser Entwurf durchaus als Ausgangspunkt für einen neuen, zukunftsweisenden Ort dienen.



