Anerkennung

samu architektur mit VIR.works mit BUERO-N, Dortmund

Die Arbeit bemüht sich auf allen Ebenen, die für den „Ort der Zukunft“ zentralen Aspekte zu behandeln. Der Schwerpunkt liegt auf der Nutzung des Bestands – sowohl der Gebäude als auch der Grünstrukturen – sowie auf dem Einsatz kreislauffähiger Konstruktionen und minimalinvasiver Mittel („weniger ist genug“). Aus diesen Prämissen entwickeln die Verfassenden eine eigene, den Bestand bewusst kontrastierende Ästhetik.

Entsprechend dieser Haltung werden die bestehenden Wegebeziehungen und die vorhandene Treppe in der Stützwand vor der Kirche beibehalten. Dies hat zur Folge, dass die Haupterschließung wie auch der barrierefreie Zugang von der östlichen Seite erfolgen. In Bezug auf die Adressbildung wird dies kritisch gesehen. Nach Süden und Südosten werden Anbindungen analog zum dynamischen Masterplan vorgeschlagen. Durch die Öffnung des Erdgeschosses südlich des alten Pfarrheims wird die Durchlässigkeit in Ost-West-Richtung verbessert.

Der Versiegelungsgrad ist sehr gering; die Grünflächen werden biodivers und naturnah gestaltet. Vordächer am Pfarrheim und an dem Anbau der ehemaligen Kirche schaffen Übergangsräume zwischen Innen und Außen.
Lageplan
Grundriss Erdgeschoss
Das Kirchengebäude wird durch eine „Raum-in-Raum“-Konzeption ambitioniert überformt. Im Erdgeschoss befindet sich der eigentliche Veranstaltungsraum, im Obergeschoss ist ein zusätzlicher, gewächshausartiger Raum vorgesehen.

Der Freiraum wird aus dem Bestand heraus entwickelt. Eine Vielzahl neuer Programme kann zur Belebung des Ortes beitragen. Der Versiegelungsgrad ist sehr gering; die Grünflächen – insbesondere der südliche ehemalige Friedhof – werden biodivers und naturnah gestaltet. Viele Bäume bleiben erhalten, weitere werden ergänzt. Vordächer am Pfarrheim und an dem Anbau der ehemaligen Kirche schaffen Übergangsräume zwischen Innen und Außen, die insgesamt zur Aneignung einladen.
Der Vorschlag, die Treppe zur Straße hin als „Wassertreppe“ auszubilden und damit die Zugänglichkeit einzuschränken, wird kaum erläutert und ist in seiner tatsächlichen Wirkung daher schwer nachvollziehbar.

Das Kirchengebäude wird durch eine „Raum-in-Raum“-Konzeption ambitioniert überformt. Im Erdgeschoss befindet sich der eigentliche Veranstaltungsraum, im Obergeschoss ist ein zusätzlicher, gewächshausartiger Raum vorgesehen. Durch diese Zweigeschossigkeit erscheint das Erdgeschoss mit weniger als drei Metern lichter Höhe für eine Nutzung mit mehr als 100 Personen jedoch zu niedrig. Auch die Belichtung wird kritisch bewertet. Ebenso wird das Potenzial des Raumes im Obergeschoss kontrovers diskutiert. Durch die Gliederung des Kirchenbaus in zwei Geschosse ist der Kirchenraum nur noch eingeschränkt ablesbar und erfahrbar, was aus Sicht des Denkmalschutzes kritisch gesehen wird. Zudem ist die barrierefreie Erreichbarkeit aller Obergeschosse nicht gegeben. Die weiteren funktionalen Anforderungen werden weitestgehend erfüllt.

Die Arbeit leistet in Teilbereichen einen interessanten Beitrag zu einem programmatisch-ästhetischen Aufbruch in Bürgewald, weist jedoch Kritikpunkte auf, die ohne grundlegende Eingriffe in die Entwurfskonzeption nicht zu beheben sind.

Erläuterungsbericht
Präsentationspläne
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