Wie kann eine stark belastete Industriebrache mit umfangreichen Gebäuderuinen wieder eine Zukunftsperspektive erhalten? Mit dieser Frage hat sich die Stadt Altena gemeinsam mit der Landesinitiative Bau.Land.Partner+ in den vergangenen Jahren intensiv beschäftigt. Nun wurde das Verfahren mit einem abschließenden Perspektivgespräch erfolgreich beendet.
Seit 2018 befindet sich die ehemalige Industriefläche Schwarzenstein-Winkelsen im Eigentum der Stadt Altena. Das Areal am südöstlichen Stadteingang erstreckt sich entlang der Lenne und der Werdohler Straße. Die Gebäudereste der ehemaligen Gießerei Basse und Selve prägen das Gelände bis heute und stellen einen erheblichen städtebaulichen Missstand dar. Ziel des Verfahrens war es, Entwicklungsperspektiven für die Revitalisierung der Fläche aufzuzeigen und die Voraussetzungen für eine künftige Nachnutzung zu schaffen.
Komplexe Ausgangslage
Im Rahmen des Projektes taten sich besonderen Herausforderungen des Standorts auf. Neben den Altlasten aus der früheren Nutzung als Nichteisenmetallwerk erschweren vor allem die großflächigen Hallenbestände und deren zunehmend schlechter Zustand eine Entwicklung. Durch langjährigen Leerstand, Vandalismus und einen bereits eingetretenen Großbrand haben sich die Sicherheitsrisiken auf dem als „Lost Place“ bekannten Gelände weiter verschärft.
Auch ein möglicher Rückbau der Gebäude stellt hohe Anforderungen: Aufgrund der engen Verflechtung mit der angrenzenden Schwerlastmauer entlang der Bundesstraße müssten begleitende bauliche Sicherungsmaßnahmen berücksichtigt werden.
Perspektive für erste Entwicklungsschritte
Ein zentrales Ergebnis des Abschlussgesprächs war die Identifizierung möglicher Förderperspektiven. Demnach könnten insbesondere Maßnahmen zur Beseitigung des städtebaulichen Missstands und zur öffentlichen Erschließung der Fläche im Rahmen der Städtebauförderung in Betracht kommen. Solche Initialmaßnahmen könnten die Fläche sichtbar aufwerten und zugleich Anreize für private Investitionen und weiterführende Entwicklungen schaffen.
Darüber hinaus wurde erläutert, unter welchen Voraussetzungen Maßnahmen zum Hochwasserschutz sowie die Beauftragung externer Projektsteuerungs- oder Sanierungsträger förderfähig sein können.
Grundlage für weitere Entscheidungen geschaffen
Das Verfahren von Bau.Land.Partner+ knüpft an die bereits durch die Stadt erarbeiteten Grundlagen an. In den vergangenen Jahren wurden durch BLP+ zusätzlich verschiedene Gutachten erstellt und eine Rahmenplanung erarbeitet, um Nutzungsperspektiven für die Fläche zu untersuchen. Im Fokus standen dabei unter anderem Wohn-, Arbeits- und touristische Nutzungen sowie die städtebauliche Aufwertung des Stadteingangsbereichs.
Mit dem nun abgeschlossenen Perspektivgespräch liegt der Stadt Altena ein klarer Fahrplan für mögliche nächste Schritte vor. Dazu zählen die Priorisierung der Entwicklungsmaßnahmen innerhalb des Stadtgebiets, die Konkretisierung einzelner Teilprojekte, erste Abstimmungen mit der Bezirksregierung sowie die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) als Grundlage für einen möglichen Förderantrag.
Visualisierung: MUST Städtebau
Verfahren erfolgreich abgeschlossen
Mit dem Abschluss des Bau.Land.Partner+-Verfahrens wurden wichtige Grundlagen für die zukünftige Entwicklung des ehemaligen Industriestandorts geschaffen Mit realistischen Entwicklungs- und Förderperspektiven im Gepäck, werden die nächsten Schritte zur weiteren Entwicklung des Areals wieder in die Hände der Kommune gelegt. Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um den städtebaulichen Missstand am Eingang zur Stadt langfristig zu beseitigen und neue Impulse für die Entwicklung des Standorts Schwarzenstein-Winkelsen zu setzen.
Wissenswertes
Das Unterstützungsangebot Bau.Land.Partner+ knüpft da an, wo Bau.Land.Partner aufhört: Auf Basis grundsätzlicher Erkenntnisse zu den Standortperspektiven wird die Kommune bei einem risikoarmen Flächenerwerb unterstützt. So können Städte und Gemeinden Entwicklung aus eigener Hand vorantreiben, wo dies durch die bisherige Eigentümerin oder den Eigentümer nicht möglich ist. Das Unterstützungsangebot betrachtet Flächen, die einen erhöhten Aufklärungsbedarf haben und ohne fundierte Planungen und eine Förderperspektive nicht reaktiviert werden können. Grundvoraussetzung ist die Bereitschaft der Eigentümerin oder des Eigentümers, die Fläche an die Kommune oder an eine kommunale Tochter zu veräußern.
Unser Auftrag
Hier ist die NRW.URBAN GmbH & Co. KG tätig für das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ihre Kontaktperson
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Konzepte | Entwicklung
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