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Ein Dorf im Aufbruch: Rückblick auf den ersten Markt der Dorfmacher*innen in Bürgewald

By 23. April 2026No Comments4 Minuten Lesezeit

Der Zukunftsort Bürgewald hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Mit dem ersten Markt der Dorfmacher*innen wurde sichtbar, woran in den vergangenen Jahren intensiv gearbeitet wurde – und wohin die Reise künftig gehen soll. In der Reithalle trafen sich rund 90 interessierte und engagierte Menschen mit Vertreterinnen und Vertretern des Projektteams der Gemeinde Merzenich sowie NRW.URBANs, um gemeinsam Ideen für die Zukunft Bürgewalds auszutauschen und zu diskutieren. Parallel wurde die neue Projektwebsite mit allen Informationen rund um die Revitalisierung des Dorfs live geschaltet: bürgewald.nrw

Vom Plan zum Handeln

Nach jahrelanger Vorbereitung beginnt nun eine neue Phase für Bürgewald. Wie Bürgermeister Georg Gelhausen zum Auftakt betonte, geht es nicht mehr nur um Konzepte und Studien, sondern darum, Maßnahmen erlebbar zu machen und in die Umsetzung zu kommen. Grundlage dafür ist der dynamische Masterplan, der von 2024 bis 2025 erarbeitet und Anfang dieses Jahres vom Gemeinderat beschlossen wurde. Er stellt die städtebauliche Entwicklungsperspektive für die Revitalisierung des Dorfs dar und bündelt Erkenntnisse aus Forschungsprojekten, Kooperationen – etwa mit Hochschulen – und vielfältigen Beteiligungsformaten der letzten Jahre. Weitere Informationen zum Masterplan gibt es online auf der neuen Website für Bürgewald und auf der Homepage der Gemeinde Merzenich.

Austausch auf Augenhöhe

Der Markt der Dorfmacher*innen ist bewusst als offenes Beteiligungsformat angelegt. An verschiedenen Themenstationen konnten die Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch kommen, Fragen stellen, Ideen weiterentwickeln und eigene Impulse einbringen. Diskutiert wurden unter anderem Dorfgestaltung, Bauen, Forschung sowie neue Nutzungen für besondere Flächen im Ort.

Zwischennutzungen für ein Dorf im Wandel

Im Mittelpunkt stand dabei die sogenannte Zwischennutzung: Wie können Orte, die sich im Wandel befinden, schon heute für Kultur, Kunst, Veranstaltungen, Gemeinschaft oder auch Landwirtschaft genutzt werden? Viele konkrete Vorschläge wurden direkt vor Ort gesammelt. Wer nicht teilnehmen konnte oder seine Ideen vertiefen möchte, hat noch die Möglichkeit, diese bis Mitte Mai online einzureichen – ein bewusst niedrigschwelliger Ansatz, um möglichst viele Stimmen einzubeziehen.

Bilder: Franklin Berger

Wohin entwickelt sich Bürgewald?

Der dynamische Masterplan stellt grundlegende Fragen: Wo steht Bürgewald heute, und wie soll das Dorf in Zukunft aussehen? Antworten darauf finden sich in klaren Leitlinien zur Infrastruktur, zur Nutzung von Flächen, zum Wohnen und zum gemeinschaftlichen Leben. Wichtig ist dabei: Es wird nicht „auf der grünen Wiese“ geplant, sondern auf dem bestehenden Dorf aufgebaut – mit gezielten Ergänzungen, Anpassungen und Neubauten.

Geplant ist, dass Bürgewald langfristig bis zu 2.000 Menschen ein Zuhause bieten kann, verteilt auf etwa 750 Wohneinheiten. Ein wesentliches Element ist die Nachverdichtung: Große Grundstücke sollen sensibel weiterentwickelt werden, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den Charakter des typischen rheinischen Straßendorfs zu bewahren.

Gemeinschaft als Herzstück

Ein zentrales Leitmotiv der Dorfmacher*innen zieht sich durch alle Planungen: Bürgewald lebt von einer starken Dorfgemeinschaft. Die zukünftige Entwicklung soll nicht nur für, sondern vor allem mit den Menschen vor Ort erfolgen. Nachbarschaftliche Kooperation, gemeinsames Gestalten und ein lebendiges Miteinander bilden den Kern des „neuen alten“ Dorfes.

Der Markt der Dorfmacher*innen war damit mehr als eine Informationsveranstaltung – er war ein erlebbarer Startpunkt für einen kollektiven Prozess, in dem Engagement, Wissen und Ideen zusammenkommen.

Wie geht es weiter?

Schon im Herbst steht der nächste Markt der Dorfmacher*innen an. Der Auftakt hat gezeigt: Das Interesse ist groß, die Ideen vielfältig und die Bereitschaft zur Mitwirkung hoch. Bürgewald ist auf dem Weg – getragen von seinen Dorfmacher*innen.

Wissenswertes

Die NRW.URBAN Kommunale Entwicklung GmbH steht interessierten Kommunen als „Entwicklungsgesellschaft auf Zeit“ zur Seite. Sie erwirbt die Grundstücke, stellt Expertise für die Entwicklung, Erschließung und Vermarktung der Bauflächen zur Verfügung und übernimmt das Projektmanagement sowie die Abrechnung des Projektes.

Die Gemeinde Merzenich ist Gesellschafterin der NRW.URBAN Kommunale Entwicklung GmbH und setzt NRW.URBAN als Treuhänderin für die Entwicklung von Bürgewald als Ort der Zukunft ein. Das Vorhaben wird mit Finanzmitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen gemäß der Rahmenrichtlinie zur Umsetzung des Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) gefördert.

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