
Ohne die Menschen vor Ort funktioniert Stadt-, Dorf- und Regionalentwicklung nicht. Bürgerbeteiligung bringt lokales Wissen früh in die Planung, macht Entscheidungen nachvollziehbar und führt Perspektiven zusammen, die sonst aneinander vorbeilaufen. Die Bürgerbeteiligung ist daher ein wichtiger Bestandteil erfolgreicher Stadt-, Dorf- und Regionalentwicklung. Sie schafft Transparenz, fördert den Austausch unterschiedlicher Perspektiven und ermöglicht es, lokales Wissen frühzeitig in Planungsprozesse einzubringen. Ob Informationsveranstaltung, Bürgerdialog, Werkstattformat oder thematischer Spaziergang: Die Anforderungen an Beteiligungsprozesse sind so vielfältig wie die Projekte selbst.
Welche Rolle NRW.URBAN dabei übernimmt, hängt vom Projekt ab. Manche Beteiligungsprozesse denken und organisieren wir selbst. In anderen Projekten koordinieren wir die Beschaffung der Fachbüros, die die Formate anschließend planen und durchführen. Das Ziel bleibt in allen Fällen dasselbe: Anregungen, Ideen und Hinweise aus der Bürgerschaft aufzunehmen und in die weitere Projektentwicklung einfließen zu lassen. Wie unterschiedlich Bürgerbeteiligung gestaltet werden kann, zeigen aktuelle Beispiele aus unserer Projektarbeit.
Bürgewald: Die Zukunft beim Spaziergang erleben
Wie kann ein Dorf der Zukunft aussehen? Dieser Frage widmete sich die „Zukunftsroute Bürgewald“, die Besucherinnen und Besucher entlang verschiedener Stationen durch den Ort führte. Im Mittelpunkt standen Themen wie nachhaltiges Bauen, neue Mobilitätskonzepte, Bioökonomie und innovative Wasserkreisläufe. Statt klassischer Präsentationen konnten die Teilnehmenden die geplanten Entwicklungen direkt vor Ort erleben und mit Fachleuten ins Gespräch kommen.
Das Zukunftsdorf Bürgewald ist eines der Projekte, bei denen wir den Beteiligungsprozess im Treuhandauftrag der Gemeinde Merzenich in Zusammenarbeit mit dem externen Büro Urban Catalyst konzipieren und organisieren. Neben der Zukunftsroute gibt es außerdem die Veranstaltungsreihe „Markt der Dorfmacher*innen“ in der ehemaligen Reithalle. All diese Formen der Begegnung machen komplexe Inhalte des Masterplans greifbar und sichern das Verständnis für die langfristige Entwicklung des Zukunftsdorfes Bürgewald.

Impressionen des Dorfspaziergangs durch Bürgewald

Bilder: Binh Tran


Sophienhöhe: Früh informieren, bevor gebaut wird
Auch bei der Entwicklung des Besucher- und Informationszentrums (BIZ) auf der Sophienhöhe ging es zunächst darum, die Öffentlichkeit früh mitzunehmen. Rund 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten eine öffentliche Informationsveranstaltung in Niederzier, um sich über die Planungen und erste Entwürfe zu informieren. Visualisierungen und Modelle vermittelten einen anschaulichen Eindruck davon, wie das zukünftige Besucherzentrum als neuer Anlaufpunkt der Region aussehen könnte.
Durchgeführt wurde die Veranstaltung von Förder Landschaftsarchitekten, deren Beschaffung wir koordiniert haben. Die Veranstaltung bot Raum für Fragen, Anregungen und Diskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern der Projektbeteiligten.

Bild: Gemeinde Niederzier

Bild: Stadt Herford
Herford: Viele Perspektiven für ein neues Bahnhofsumfeld
Wie soll das Umfeld des Herforder Bahnhofs künftig gestaltet werden? Mit dieser Fragestellung lud die Stadt Herford zu einer Informations- und Beteiligungsveranstaltung ein. Rund 80 Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über die im Rahmen der Landesinitiative „Schöner ankommen in NRW“ vorgesehenen Maßnahmen zu informieren und ihre Vorstellungen einzubringen. Durchgeführt wurde der Termin im Auftrag der Stadt von Die Dialoggestalter.
Am meisten Gesprächsstoff lieferten Themen wie Radverkehr, Fahrradabstellanlagen, E-Bike-Ladepunkte und Aufenthaltsqualität. In Gesprächen an verschiedenen Themenstationen konnten die Teilnehmenden konkrete Hinweise geben und mit den Fachplanenden diskutieren. Parallel lief eine digitale Beteiligung, deren Ergebnisse ebenfalls in die weitere Planung einfließen. Persönlicher Austausch und digitale Angebote greifen ineinander.
Hambachsee: Ideen für eine Landschaft, die es noch nicht gibt
Der Hambachsee entsteht erst – eine neue Landschaft im Rheinischen Revier. Wie die Freiräume rund um den See gestaltet werden sollen, stand im Mittelpunkt einer Beteiligungswerkstatt in Elsdorf. Mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger entwickelten gemeinsam Ideen für Aufenthaltsorte, Wegebeziehungen, Aussichtspunkte und Freizeitangebote. Konzipiert und moderiert hat die Werkstatt das Planungsbüro bauchplan, dessen Beschaffung wir durch die Starke Projekte GmbH koordiniert haben.
In den Arbeitsgruppen wurden konkrete Vorschläge gesammelt sowie Ideen zur zukünftigen Atmosphäre des Landschaftsraums diskutiert. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet und auf Umsetzbarkeit geprüft. Gerade bei einem Projekt, das über Jahre wächst, zählt dieser frühe Input umso mehr.

Bild: NRW.URBAN
Beteiligung planen und beauftragen – ohne eigenes Vergabeverfahren
Viele Kommunen wollen beteiligen, scheuen aber den Aufwand einer eigenen Ausschreibung für ein geeignetes Büro. Genau dafür gibt es in der Rahmenvertragsinitiative (RVI) das Gewerk „Beteiligungsverfahren im Rahmen von Planungsprozessen“. NRW.URBAN ist darin die zentrale Beschaffungsstelle des Landes: Wir haben die Fachbüros europaweit ausgeschrieben und in einem qualifizierten Pool gebündelt. Kommunen greifen darauf vergaberechtskonform und zu festen Konditionen zu.
Der Weg dorthin ist kurz: Ihre Kommune schließt einmalig eine Rahmenvereinbarung mit NRW.URBAN und beauftragt das passende Büro anschließend direkt über die Online-Beschaffungsstelle. Der Beitritt ist kostenfrei, unverbindlich und verpflichtet zu keiner Beauftragung. Über 200 Städte und Gemeinden in NRW arbeiten bereits auf diesem Weg.
Sie planen ein Beteiligungsverfahren? Treten Sie der Rahmenvertragsinitiative bei oder sprechen Sie uns an.
Ihre Kontaktperson

Jennifer Matthäus
Konzepte | Entwicklung
Revierstraße 3,
44379 Dortmund
Tel.: 0231 4341-254