
Fotos: Stadt Herford
Wie soll der Bereich rund um den Herforder Bahnhof in Zukunft aussehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer gut besuchten Informations- und Beteiligungsveranstaltung, zu der die Stadt am 14.04.2026 eingeladen hatte. Rund 80 Interessierte kamen in den Alten Güterbahnhof, um sich über das geplante Modernisierungsprojekt zu informieren und eigene Ideen einzubringen.
Was den Menschen wichtig ist
In den Gesprächen zeigte sich schnell, dass die Teilnehmenden vor allem Verbesserungen für den täglichen Aufenthalt rund um den Bahnhof erwarten. Besonders häufig genannt wurden zusätzliche Sitzmöglichkeiten, mehr Ladepunkte für E‑Bikes sowie ein größeres Angebot an sicheren Fahrradstellplätzen. Auch die Führung der Radwege und das Miteinander von Rad- und Fußverkehr sorgten für regen Austausch.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Fragen zum geplanten Ausbau des bestehenden Personentunnels. Der zusätzliche Ausgang in Richtung Alter Güterbahnhof soll künftig neue Wegebeziehungen schaffen und das Bahnhofsumfeld besser anbinden.

Erste Entwürfe vorgestellt
Fachleute aus Stadtplanung, Tiefbau und den beteiligten Planungsbüros präsentierten verschiedene Varianten, wie das Areal künftig gestaltet werden könnte. Das Vorhaben ist Teil des Landesprogramms „Schöner Ankommen in NRW“, das Kommunen dabei unterstützt, Bahnhöfe und ihr Umfeld attraktiver und moderner zu gestalten. Herford arbeitet dafür eng mit der Deutschen Bahn zusammen.
Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem:
- ein neu gestalteter Bahnhofsvorplatz
- ein barrierefreier, übersichtlicher ZOB
- Anpassungen an der Bahnhofskreuzung
- die Sanierung des Bahnhofsgebäudes
- ein zusätzlicher Tunnelzugang am Alten Güterbahnhof
Die Gesamtkosten werden derzeit auf etwa 44 Millionen Euro geschätzt. Ein Großteil davon soll durch das Land NRW und die Deutsche Bahn finanziert werden, während die Stadt rund 11 Millionen Euro einplant.

Blick auf andere Städte
Wie ein modernisiertes Bahnhofsumfeld aussehen kann, zeigte bei dem Termin die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft (BEG) NRW anhand von Beispielen aus Städten wie Soest, Witten, Unna und Geldern. Die Präsentation machte deutlich, wie stark sich Bahnhofsareale durch gezielte Investitionen verändern können – und welche Chancen sich daraus für Herford ergeben.

Wie geht es weiter?
Nach den Präsentationen tauschten sich die Teilnehmenden an mehreren Themenstationen weiter mit Fachleuten aus. Alle Hinweise aus dem Abend fließen nun gemeinsam mit den Rückmeldungen aus der laufenden Online-Befragung in die weitere Planung ein. Die digitale Beteiligung läuft noch bis zum 21. April und hat bereits über 100 Beiträge hervorgebracht.

Programm „Schöner Ankommen in NRW“
Der Bahnhof Herford gehört zu den ausgewählten Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen, die aktuell im Rahmen der Initiative „Schöner ankommen in NRW“ finanziert und erneuert werden. Die Absichtserklärung unterzeichneten die Deutsche Bahn und das Land Nordrhein-Westfalen im September 2021, um Kommunen bei der Sanierung ihrer Bahnhöfe und Umfelder zu unterstützen. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBD) stellt den Kommunen Zuschüsse für die Sanierung aus der Städtebauförderung zur Verfügung. Durch die Förderung soll es den Kommunen gelingen, effektiv die Leerstände in den Bahnhofsgebäuden zu verringern, die Attraktivität zu steigern und bei der Sanierung wichtige Aspekte des Denkmalschutzes zu wahren. Je nach Bedarf kann damit neue, soziale Infrastruktur am Bahnhof entstehen. Beispiele wären bürgernahe Dienstleistungen wie Bibliotheken, neue Grünanlagen oder individuell gestaltete Kinderspielplätze.
Die mit der Landestochter NRW.URBAN verbundene BEG steuert als gemeinsame Tochter des Landes NRW und der DB InfraGO die Konzeptentwicklungen, Planungen und Förderabstimmungen für Bahnhofsgebäude und Umfelder.
Insgesamt sind 21 NRW-Bahnhöfe im Rahmen der Initiative „Schöner ankommen in NRW“ eingeplant.
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