Die Gasgebläsehalle (Vordergrund) und der Gasometer sowie Pumpenhaus und Kühltürme (hinten links) stehen aktuell zur Vermarktung. NRW.URBAN organisiert und begleitet den Bieterwettbewerb.
Erhalt durch zeitgemäße Nutzungskonzepte
PHOENIX West ist alles andere als ein Freilichtmuseum. PHOENIX West ist ein 115 Hektar großes Areal, auf dem sich – neben hochmodernen Forschungseinrichtungen und Bürogebäuden – eine Reihe denkmalwerter Gebäude und Relikte der Industriegeschichte befindet. Gebäude, die eine neue Nutzung erfahren haben oder in Zukunft erfahren werden: lebendige Denkmäler. Das ehemalige Büro- und Laborgebäude, die ehemalige Waschkaue, die ehemalige Ammoniakhalle und allen voran die PHOENIX-Halle sind bereits seit vielen Jahren in neuer Nutzung.
”Die städtische Strategie zielt auf die Entwicklung von PHOENIX West zu einem Standort für Zukunftstechnologien in einer neuen Parklandschaft.
Stefan SzuggatDezernent für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund
Fotos: Christoph Kniel
Identitätsstiftende Ankerpunkte schaffen
Aktuell steuert NRW.URBAN als Treuhänderin des Landes Nordrhein-Westfalen den Verkauf von drei weiteren Denkmälern auf PHOENIX West: Ein Bieterwettbewerb ist angelaufen, zum Verkauf stehen die ehemalige Gasgebläsehalle, das Pumpenhaus mit Kühltürmen und der Gasometer. Alle Gebäude liegen in repräsentativer Lage in unmittelbarer Nähe zur Hochofenanlage, dem „Herzstück“ von PHOENIX West. Gemeinsam mit der Stadt sucht das Team von NRW.URBAN Investoren, die an einer nachhaltigen Neunutzung der historischen Bauwerke interessiert sind. Dabei zielt die städtische Strategie auf die Entwicklung von PHOENIX West zu einem Standort für Zukunftstechnologien in einer neuen Parklandschaft. Historische Gebäude werden nicht bloß museal konserviert, sondern als identitätsstiftende Ankerpunkte in den Technologiestandort integriert und einer neuen Nutzung zugeführt.
Die Vermarktungsaktivitäten für die Denkmäler auf PHOENIX West folgen dem Paradigma „Erhalt durch Nutzung“. Der Erhalt der historischen Gebäude soll durch zeitgemäße, aktive Nutzungskonzepte langfristig gesichert werden. Auf PHOENIX West eröffnen sich den potenziellen Käuferinnen und Käufern zudem weitere Möglichkeiten: Neben der Nutzung des denkmalgeschützten Bestandes sind bauliche Ergänzungen grundsätzlich möglich, sodass zusätzliche Flächen flexibel geschaffen und moderne Anforderungen an Funktionalität, Technik und Flächeneffizienz erfüllt werden können.
Das Pumpenhaus aus dem Jahre 1951, ein robustes Backsteingebäude, steht auf einem 9.335 Quadratmeter großen Grundstück, zu dem auch zwei markante Kühlturm-Gerüste aus Stahl gehören. Die Gasgebläsehalle wurde 1937 errichtet und 1957 erweitert, das Grundstück umfasst insgesamt 13.617 Quadratmeter. Im Gegensatz zum 442 Quadratmeter großen Pumpenhaus ist die Gasgebläsehalle mit ihren gut 2.000 Quadratmetern Grundfläche ein – auf Ruhrdeutsch – ganz schöner Ömmes. Da der Denkmalschutz sich auf das äußere Erscheinungsbild sowie zwei historische Kräne im Inneren bezieht, könnten hier auch Raum-in-Raum-Lösungen umgesetzt werden. Als weithin sichtbares Symbol des industriellen Erbes der Region prägt der Gasometer die Skyline von PHOENIX West.
”Nur ein Gebäude, das genutzt und unterhalten wird, entgeht dauerhaft dem Verfall.
Birgit JakobyNRW.URBAN
NRW.URBAN-Projektleiterin Birgit Jakoby auf dem Gelände von PHOENIX West, sie steuert die Entwicklungs- und Vermarktungsprozesse.
Reiner Kampfert (r.) und Stephan Bisewski von NRW.URBAN sind auf die Instandhaltung und Sicherung von Bestandsgebäuden spezialisiert.
Arbeiten im Park
Insgesamt sind bereits rund 120 Firmen mit mehr als 5.700 Beschäftigten am Standort tätig. Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist vor allem die PHOENIX-Halle, einst Gasgebläsehalle für das Hochofenwerk, später Reserveteillager, seit 2002 wie das komplette Gebäudeensemble PHOENIX West unter Denkmalschutz. Die Halle ist ein gutes Beispiel für den Denkmalerhalt durch Zwischennutzungen. Vor der Instandsetzung und dem späteren Umbau wurde die Halle zwischen 2003 und 2010 für Ausstellungen durch den Hartware-MedienKunstVerein (heute: Kunsthalle Dortmund) sowie für eine Präsentation zum Innovationsstandort Dortmund durch die Stadt genutzt. Nach vorübergehendem Wandel zur Konzerthalle zeigt heute „Phoenix des Lumières“ hier monumentale, immersive Ausstellungen und erweckt Kunstgeschichte zum Leben.
Denkmalschutz und historische Bausubstanz müssen keine Hemmnisse, sondern können Attraktivitätssteigerungen für zukünftige Nutzungen sein. Voraussetzungen sind Pflege und regelmäßige Kontrolle des Bestands vom Leerzug bis zur Vermarktung. NRW.URBAN kümmert sich um die Gebäude auf PHOENIX West, seit sie im Jahr 2001 mit den Flächen des ehemaligen Hochofenwerks über den Grundstücksfonds NRW angekauft wurden, und lässt die Denkmäler wie Pumpenhaus, Kühltürme, Gasgebläsehalle und Gasometer regelmäßig durch externe Fachingenieure prüfen. Zwischenzeitlich sind spezialisierte Teams von NRW.URBAN im Einsatz, um alle Anlagen sowie die Gebäudesubstanz zu kontrollieren.
Dieser Artikel ist gekürzt, die vollständige Version finden Sie im NRW.URBAN Journal 2/26
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