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BeitragJournal 1/23Projektmanagement

Wissen, Raum und Synergien im Windecker Ländchen: Das Projekt „Landfabrik“ in Schladern

By 17. April 2023April 20th, 2023Keine Kommentare
Begehung der Landfabrik Schladern

Inmitten der Naturregion Sieg liegt die „Landfabrik“ – eine Innovationsschmiede, die junge Menschen für unterschiedliche Berufsbilder begeistern und Wirtschaftskreisläufe in der Region aktivieren soll. Die Idee zu dem ungewöhnlichen Vorhaben stammt von Arndt Schäfer, Geschäftsführer der Arndt Schäfer Chemie und Umwelt GmbH (ascem) sowie Gründer der Landfabrik GmbH. In einer 220 Meter langen und fast 9.000 Quadratmeter großen Halle, die Arndt Schäfer aus dem ehemaligen Kabelmetal/Elmores-Komplex in Windeck-Schladern erworben hat und in der seine Firma Ascem bereits produziert, will der Unternehmer noch weitere Betriebe ansiedeln. Zudem dient die Landfabrik als Produktionscampus, auf dem sich Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Bildungseinrichtungen in gemeinsamen Projekten und Initiativen verbinden.

Urban Village für alle Generationen

Über das Förderinstrument Bau.Land.Partner entwickelt die Gemeinde Windeck jetzt eine direkt angrenzende Fläche zum „Urban Village“. Bezahlbarer Wohnraum für junge Familien sowie Mehrfamilienhäuser mit kleineren Wohnungen für Singles und Paare – zum Teil barrierefrei ausgebaut für Senioren – sind geplant.

„Diese Planung harmonisiert hervorragend mit den außergewöhnlichen Projekten, die in der „Landfabrik“ in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut laufen“, sagt Thomas Becher, Beigeordneter der Gemeinde Windeck. Seine Gemeinde, so Thomas Becher, stehe vor großen gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen. Die 19.000 Windeckerinnen und Windecker leben auf einem stark zersiedelten Gemeindegebiet von circa 100 Quadratkilometern Fläche. Insbesondere die Ortschaften in den Höhenlagen leiden unter dem demografischen Wandel. Die Nachfrage nach kleineren, seniorengerechten Wohnungen mit gesicherter Versorgungslage steigt. „Wir möchten den Wandel schaffen, dass Familien mit Kindern in die zunehmend freiwerdenden Häuser in den Höhenlagen ziehen, während die älteren Menschen möglichst lange selbstständig in kleineren ortsnahen Wohnungen leben können“, sagt Becher. „Gleichzeitig können wir jüngere Menschen – Singles und Paare – nur in der Gemeinde halten, wenn wir kleinere, bezahlbare Wohnungen mit gutem Anschluss ans Schienennetz anbieten können“, ergänzt er. All diese Kriterien sollen zwei Bau.Land.Partner Projekte abbilden – eines im Ortsteil Rosbach und das im Umfeld der „Landfabrik“ in Schladern.

Arndt Schäfer, Thomas Becher, Guido Eßer, Lukas Espei und David Hahlbrock (v.l.n.r.) beim Ortstermin
Arndt Schäfer, Thomas Becher, Guido Eßer, Lukas Espei und David Hahlbrock (v.l.n.r.) beim Ortstermin
Thomas Becher und Arndt Schäfer schauen vom benachbarten Kulturzentrum Kabelmetall auf das Projektgebiet.
Thomas Becher und Arndt Schäfer schauen vom benachbarten Kulturzentrum Kabelmetall auf das Projektgebiet.
Fotos: Frank Vinken

Wir können jüngere Menschen nur dann in der Gemeinde halten, wenn wir kleinere, bezahlbare Wohnungen mit gutem Anschluss ans Schienennetz anbieten können.

Thomas BecherBeigeordneter Gemeinde Windeck

Wirtschaft im ländlichen Raum stärken

„Windeck liegt in unmittelbarer Nähe der Hochschulstädte Köln, Bonn, Siegen und Gummersbach – Schladern ist direkt ans Schienennetz angebunden“, erläutert Arndt Schäfer. Dies habe seine Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Berlin, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung und Entwicklung, verwirklicht Schäfer in Schladern nun seinen Traum von einer „Fabrik für Zukünfte“. Mit wissenschaftlicher Begleitung ermittelt sein Innovationsteam die Bedarfe in der Region, etabliert Austausch- und Transferformate und Methoden der Verstetigung. Alles dient dazu, die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum zu stärken.

Ein erstes Projekt brachte über 100 junge Menschen aus Windeck zusammen, die sich in einer Ideenwerkstatt mit den Schwerpunkten „Nachhaltig Wohnen und Leben“, „Digitales Arbeiten“ und „Lebendige Ortschaften“ auseinandergesetzt haben. David Hahlbrock, Künstler und Designer, und in der Landfabrik zuständig für Innovation und Entwicklung: „Bei der Landfabrik geht es nicht nur um die Entwicklung einer Immobilie, sondern um die Struktur und Infrastruktur in der Region, darum, Impulse von den Menschen in der Region zu einem Konzept zu verdichten, mit dem Zukunft gestaltet werden kann.“ Lukas Espei, Innovationsassistenz in der „Landfabrik“, ergänzt: „Ich bin in Windeck aufgewachsen, habe einen Handwerksberuf erlernt und Handwerksmanagement studiert. Ein Anliegen von mir ist, die versteckte Wirtschaftskraft des Handwerks wieder offenzulegen und zu helfen, junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern.“

Professionelle Begleitung

„Wir sind sehr dankbar über ein Unternehmen, das in unserer Region investiert – und das nicht nur aus Eigeninteresse, sondern auch zum Allgemeinwohl“, sagt Thomas Becher. Hand in Hand mit Arndt Schäfer wolle die Gemeinde nun das Quartier entwickeln und die Stärken der Region nach vorne stellen: die schöne Landschaft mit Waldgebieten und Siegwasserfall, die günstige Verkehrsanbindung und die multifunktionale Quartierslösung. Deshalb habe sich die Gemeinde auch proaktiv ans Ministerium gewandt, um das passende Förderprogramm auszuwählen und die Möglichkeiten für das Areal durch professionelle Begleitung des Expertenteams von NRW.URBAN voll auszuschöpfen.

NRW.URBAN trat mit einem multiprofessionellen Team an: Bei Guido Eßer und Jonas Schwarz vom Projektmanagement liefen die Fäden zusammen, Stadtplaner Jens Kohnen brachte sein Know-how ebenso ein wie Michael Harms als Tiefbauingenieur. Nach der Bestandanalyse entwickelte das Team ein Nutzungskonzept für das urbane Quartier und erstellte eine Kostenanalyse. Guido Eßer: „Gern unterstützen wir solch engagierte Kommunen und Flächeneigentümer – die konstruktiven Gespräche und der Austausch über innovative Gewerbe- und Quartiersformate sind ganz im Sinne der Leitlinien von NRW.URBAN.“

Thomas Becher, Beigeordneter Gemeinde Windeck
Guido Eßer, NRW.URBAN
Arndt Schäfer, Geschäftsführer der Arndt Schäfer Chemie und Umwelt GmbH (ascem)

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Hier ist die NRW.URBAN GmbH & Co. KG  tätig für das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

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