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Lebendige Räume der Begegnung: Dritte Orte in der Standortentwicklung

By 12. Juni 2026Juni 29th, 2026No Comments6 Minuten Lesezeit
Fotoshooting mit dem Team Nahmobilität von NRW.URBAN im Park in Dortmund

Quartiersentwicklung braucht mehr als Wohnungen und Arbeitsplätze. Sie braucht Orte, an denen Menschen sich zufällig begegnen, an denen neue Nachbarschaften entstehen, an denen Kultur und Austausch möglich sind. Diese „dritten Orte“ – räumlich zwischen Zuhause und Arbeit bzw. Bildungsort – sind das Rückgrat eines lebenswerten Miteinanders. Unter dem Motto „Gemeinsam lebendige Räume schaffen“ verbindet NRW.URBAN Flächenentwicklung mit sozialer Infrastrukturoffen für alle, dauerhaft tragfähig. 

Was macht dritte Orte nachhaltig? Die Erfahrung zeigt: Trägermodell, Trägermodell, Trägermodell. Ein gut gestalteter Raum ist die Grundlage, aber ohne klare, verlässliche Trägerschaft verfällt er. Entscheidend ist zudem: Die Größe muss zur tatsächlichen Nachfrage passen. Ein zu großer Ort wird zur Last, nicht zum Gewinn. Gleichzeitig braucht es Flexibilität für unterschiedliche und auch unvorhergesehene Nutzungen, ohne dabei in das Fallstrick des Overengineerings zu tappen. Manchmal ist es klüger, einfach Freiräume zu schaffen und die Menschen füllen sie mit Leben, als jedes potenzielle Nutzungsszenario bereits technisch mitzudenken. 

Lesen Sie hier gute Beispiele aus unserem Projektalltag! 

Münsterland: Bürgerhaus im York-Quartier, Münster – Kasino wird Gemeinschaftsort

Auf dem 50-Hektar-Gelände der ehemaligen York-Kaserne entsteht ein Quartier für 6.000 Menschen und NRW.URBAN kümmert sich um die sozialen Herzstücke: Kitas, Grundschule, Sporthallen und Bürgerhaus. Die Grundschule und Kita sind 2025 übergeben worden, im denkmalgeschützten Kasino entsteht bis 2028 ein Gemeinschaftsort für Kulturveranstaltungen, Workshops, Versammlungen. Der Bürgerpark ist der grüne Kitt zwischen Schule, Kita und Bürgerhaus und verbindet alles zu einer offenen Begegnungslandschaft – bewusst ohne Mauern, ohne Zäune. Am Nachmittag kurz nach Schulschluss spielen kleinere Kinder und Jugendliche auf dem Areal: Das Konzept wird gut angenommen.

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Das ehemalige Offizierskasino, ein großes, historisches Backsteingebäude auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne York in Münster. Der Bau besitzt ein steiles Ziegeldach, zahlreiche weiße Sprossenfenster und einen kleinen Turm mit geschwungener Haube. Ein überdachter Eingangsbereich mit Holz- und Steinsäulen führt ins Innere. Vor dem Gebäude liegt eine grasbewachsene Fläche mit herabgefallenen Blättern, im Hintergrund stehen kahle Bäume unter einem teils bewölkten Himmel.
Bild: Christian Nielinger
Bahnhofsempfangsgebäude Haltern am See
Bild: Franklin Berger

Bahnhof der Vereine in Haltern am See: Bahnhofsgebäude wird Vereinszentrum 

Das Lippe-Städtchen Haltern ist ein beliebtes Ausflugsziel zwischen Ruhrgebiet und Münsterland: Heidelandschaften, der Haltener Stausee, die historische Innenstadt mit kleinen Fachgeschäften und einem Wochenmarkt mit vielen lokalen Produkten, in Haltern lässt sich die Freizeit genießen. Mit der Bahnhofsentwicklung wird demnächst das Ankommen für Besucherinnen und Besucher noch attraktiverIm Rahmen von „Schöner ankommen in NRW“ entsteht hier ein Modell für dezentrale Bürgerbeteiligung: Kita im Erdgeschoss, eine Naturbäckerei mit offener Backstube und Work-Area mit WLAN. Oben: der „Bahnhof der Vereine“. Vereinstreffen, Seminare, Lesungen, Konzerte, Gymnastikgruppen – alles unter einem Dach. Denkmalgeschützte Eisenbahnarchitektur bekommt neues Leben. Was früher Durchgangsort war, wird Ankerpunkt für Gemeinschaft.  

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Ruhrgebiet: Phoenix West, Dortmund – Aus Industriebrache wurde urbaner Lebensraum

Phoenix West ist heute eines der beliebtesten Naherholungsgebiete der Region – und das auf einer ehemaligen Industriefläche. Stehbierhalle der Bergmann BrauereiPhoenix des Lumières  mit immersiven Kunstinstallationen, breite Boulevards, große Wiesen und „Pocket Parks“ der angesiedelten Tech-Unternehmen: Menschen essen, trinken, feiern hier. Gleichzeitig ist Phoenix West ein Biotop: Auf 17 Hektar Vorrangflächen für Artenschutz gedeihen Kreuzkröten, Flussregenpfeifer, Blauflügelige ÖdlandschreckenNRW.URBAN hat das Areal als Treuhänderin des Grundstücksfonds NRW für das Land Nordrhein-Westfalen entwickelt. Industrie-Kulisse, Ökologie und Lebensqualität ergänzen sich gegenseitig harmonisch.

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Blick auf Phoenix-West in Dortmund
Bild: Christian Nielinger
Blick auf das Quartier Erin in Castrop-Rauxel
Bild: Martin Steffen

Erin-Park, Castrop-Rauxel: Zeche wird zum Wassergarten 

1995: Eine Zeche wird zur Wiese. Ein 500 Meter langer, mit Schilf bewachsener Wasserlauf ist entstandenMulden und Teiche sind große Retentionsbecken und speichern Regenwasser. An heißen Sommertagen ist es angenehm, hier zu sitzen und Andere aus der Nachbarschaft zu treffenWas heute als Schwammstadt-Prinzip gelabelt wird, wurde bereits in den 1990ern angelegt. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park entstand ein Ort, an dem Ökologie, Stadtgestaltung und Aufenthaltsqualität zusammenfallen. Versiegelte Flächen: minimal. Vegetation und öffentliches Grün: maximal. NRW.URBAN entwickelte die Fläche als Treuhänderin des Grundstücksfonds NRW: ein Projekt, das 30 Jahre später immer noch zeigt, wie es geht.

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Rheinisches Revier: Anna-Park, Alsdorf – Aus Grubenland wurde Bildungsquartier

150 Jahre Bergbau, Ende 1992 Stilllegung, 1995 Neuanfang. Der Anna-Park ist heute das Herz von Alsdorf: Ein 40 Hektar großes Areal mit grünen Plätzen, ein beliebtes Wohngebiet mit guter InfrastrukturDas Besondere ist die Bildungs- und Kulturachse, die hier entstanden istKuBiZ mit Gymnasium und Realschule, das Energeticon als Erlebnis- und Lernort für die ganze Familie, sowie das neue Hallenbad mit Liegewiese und Außenterrasse am Baudenkmal Wasserturm rundet. Plötzlich hat eine Stadt, die mit Strukturwandel kämpfte, ein Quartier voller Energie und Leben. NRW.URBAN ist als Treuhänderin des Grundstücksfonds NRW seit 1995 dabei und zeigt, dass Bergbauflächen in Lebensqualität transformiert werden können. 

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Blick auf den Anna-Park in Alsdorf
Bild: Johannes Kassenberg
Visualisierung: So könnte Bürgewald in Zukunft aussehen.
Visualisierung: MUST Städtebau

Bürgewald – Ort der Zukunft, Merzenich – Dorf wird zum Strukturwandel-Modell 

Das Projekt „Bürgewald – Ort der Zukunft“ markiert einen Wendepunkt für Morschenich-Alt, ein Dorf im Rheinischen Revier. Das alte Dorf Morschenich-Alt sollte ursprünglich dem Braunkohletagebau weichen und wurde bereits weitestgehend umgesiedelt, dank der Leitentscheidung im Jahr 2016 entstand aber eine neue Chance für die bestehenden Strukturen. Im Auftrag der Gemeinde Merzenich entwickelt NRW.URBAN nun ein ambitioniertes Projekt: Das historische Ortsbild bleibt, wird aber durch innovative, nachhaltige Gebäude und Infrastrukturen ergänzt. Im Herzen der Entwicklung steht die profanierte St. Lambertus-Kirche. 2023 durch Brand beschädigt, wird die Kirche wiederhergestellt als Ort für Kultur, Begegnung, Veranstaltungen. Der Wiederaufbau soll historische Identität mit zeitgenössischer Architektur verbinden und wird auch dabei helfen, dass sich das Dorf Bürgewald selbst neu erfinden kann

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Der Weg zu Ihrem Projekt

Sie planen einen dritten Ort für Ihr Quartier? NRW.URBAN kann Sie als Treuhänderin oder als Entwicklungsgesellschaft auf Zeit begleitet. Erste Gespräche, Machbarkeitsstudien, Masterplan-Prozesse – alles aus einer Hand. Kontaktieren Sie uns für einen Austausch zu Ihrem Projekt.

Ihre Kontaktperson

Barbara Eickelkamp, NRW.URBAN

Barbara Eickelkamp
Konzepte | Entwicklung

Revierstraße 3,
44379 Dortmund
Tel.: 0231 4341.233

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